Eigentlich wollte ich heute am Frauengesundheitstag für Dich aufschreiben, wie wir als Zwillingsmamas uns, unsere Hobbies, unsere Beziehung, unsere Freundschaften usw. pflegen können. Aber in den letzten Wochen haben sich die Ereignisse für uns alle überschlagen und die Auswirkungen sind für mich als Zwillingsmama, wie auch für viele andere Eltern in unserer Gesellschaft #coroneltern, gravierend. Und zwar psychisch, sozial und bei mir leider auch physisch.

Doch am Besten fange ich von vorne an:

Vor zwei Wochen war ich allein mit den Zwillingsherzdamen zu Hause und plötzlich ging nichts mehr. Ich bekam Herzflattern, zitterte, der Brustkorb fing an zu brennen und das Brennen zog sich ins Gesicht, die Arme, die Beine. Ich hatte Angst, richtige Angst. Ich dachte so fühlt sich ein Schlaganfall an. Ich versuchte meinen Mann, meine Schwester, meine Freundin, meine Nachbarin zu erreichen und erreichte niemanden.

Das Herz raste und ich wusste, ich muss den Notarzt rufen. Was ich tat. Während der Wartezeit mit rasendem Herzen, versuchte ich die Zwillingsherzdamen vorzubereiten, so dass sie wussten: Mama geht es nicht so gut, der Arzt kommt gleich, sie brauchen keine Angst haben. Aber ICH hatte Angst.

Der Notarzt kam, machte ein EKG, maß den Blutdruck, die Sauerstoffsättigung, fragte mich ab. Und dann kam die alles entscheidende Aussage und Frage:

„Ihr Herz scheint in Ordnung zu sein. Kann es sein, dass sie in letzter Zeit unter starker Anspannung und Stress litten?“

Während des Wartes auf die Blutwerte im Krankenhaus, fiel mir diese Frage wieder ein und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Klar! Seit dem Lockdown, betreuen mein Mann und ich die Zwillinge, unterrichten sie, bekochen sie, betreuen sie, spielen mit ihnen, schlichten Streit und kuscheln. Nebenbei arbeiten wir beide selbstständig und ich zusätzlich einmal in der Woche angestellt mit Präsenzpflicht.

Ich beantworte die Flut an Emails, mache die Buchhaltung, pflege die Webseiten und Social Media Kanäle, bereite Onlinekurse vor, mache Terminplanungen, mache Onlinekurse und –beratungen, wenn ich nicht koche, einkaufen gehe, homeschoole, spiele, tröste, schlichte oder schlafe. Schlaf! Was war das noch? Genau seit Wochen schlafe ich immer schlechter und weniger. Ich finde keine Ruhe. Mein Kopf rast vor Aufgaben und Prioritäten.

Das war ein erstes Anzeichen. Ich habe es nicht beachtet. Mich nicht einmal wirklich darüber gewundert.

Mein Magen rebellierte immer öfter, ich hatte ein ständig wiederkehrendes Brennen im Brustkorb. Ich habe es nicht beachtet, mich nicht wirklich darüber gewundert.

Und nun das Ergebnis. Ich habe Angst. Vor dem Herzflattern, davor die Kontrolle über mich zu verlieren.

Und nun nach Arztbesuchen, Osteopathie, Beruhigungstee in Massen und Reduktion aller Arbeiten bis auf das absolut notwendige Minimum, frage ich mich:

Wo bleibe in dieser verrückten neuen Normalität ICH?

Bis vor dem Lockdown, gab es tausend Beiträge zu Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Ichzeit. Teilweise war es mir schon zu viel des Guten. Doch nun ist alles anders und wir haben augenscheinlich gar keine Zeit mehr für Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Ich jedenfalls nicht. Und auch dies macht mir Angst, dass wir uns so aufgeben zwischen Familie und all den selbstgewählten und auferlegten Aufgaben. Ich liebe meine Familie, ich verbringe sehr gerne Zeit mit ihr, ich liebe meinen Job und weiß das Selbstständigkeit selbst und ständig heißt. Das war vor dem Lockdown so und wird wohl auch danach noch so sein.

  • Was ich nicht liebe ist, dass ich den Bildungs-und Betreuungsauftrag für meine Kinder zu 100 % ganz selbstverständlich übernehme und auch selbstverständlich muss.
  • Was ich nicht liebe, ist wie die Gesellschaft und Politik auf mich als eine der #coronaeltern reagiert.
  • Was ich nicht liebe, ist keinerlei Planungsgrundlage für die nächsten Wochen und Monate zu haben.
  • Was ich nicht liebe, ist die Selbstverständlichkeit mit der ich als Frau und Mutter mich vollkommen außer Acht lasse. Selbstfürsorge und Achtsamkeit ade. Mir keine Ruhe gönne, nicht auf mich und meinen Körper achte, außer auf die tägliche Hygiene.
  • Was ich nicht liebe ist, dass ich alle Bedürfnisse und Erwartungen Anderer an mich in den Vordergrund stelle und MEINE vollkommen vergesse.

Heute am Frauengesundheitstag schreibe ich mir als mein zukünftiges ICH einen Brief an mein heutiges ICH:

Höre auf Deine körperlichen Signale!

Deine Kinder brauchen eine gesunde Mamma!

Lass Corona, Corona sein und nimm Dir gezielt Zeit für Dich. Jeder Moment zählt.

Bildung geht auch ohne Homeschooling-Druck. Du musst nicht den Erwartungen anderer gerecht werden.

Nicht ist es wert, Deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen!

Ignoriere ungefragte und unpassende Kommentare.

Gönn Dir medienfreie Zeit!

Konzentriere Dich auf Dich!

Sorge für Dich! Achte besser auf Dich!

Für Dich und Deine Familie

Unterschrift Inga Es sind zwei

Was mir in den letzen Tagen geholfen hat:

Die Meditationen von Kristin, die friedliche Geburt

Melissen-Hanf-Tee um zur Ruhe zu kommen

Früh ins Bett gehen und ein Buch lesen, bis die Augen zu fallen

Bewußtes atmen: 4 Sekunden ein, 7 Sekunden die Luft anhalten, 8 Sekunden ausatmen, so lange bis sich Ruhe einstellt

Osteopathie

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