Zwillinge stillen – 20 Fragen, 20 Antworten: Elena

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Zwillinge stillen? Wie kann das gehen? Welche Möglichkeiten habe ich?

In unsere Blogserie

„Zwillinge stillen – 20 Fragen, 20 Antworten“

möchten wir den Erfahrungen von Zwillingsmamas teilen, die ihren individuellen Weg rund um das Thema Zwillinge stillen beschreiben. Wir hoffen damit die Vielfalt der Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen und (werdende) Zwillingsmamas ermutigen zu können, ihren eigenen Weg zu gehen. Heute freuen wir uns über 20 Antworten von Zwillingsmama Elena.

1. In welcher Schwangerschaftswoche und mit welchem Gewicht sind Deine Zwillinge geboren wurden?

Meine Zwillinge sind mit 2800g und 2700g 38+1 zur Welt gekommen.

2. Sind sie eineiig oder zweieiig und welches Geschlecht haben sie?

Sie sind zweieiige Mädchen.

3. Hast Du Dich auf das Stillen vorbereitet und wenn ja wie?

Ich wusste, dass ich stillen möchte und habe voll und ganz darauf vertraut, dass es funktioniert. Seit etwa der Hälfte der Schwangerschaft war ich im Beschäftigungsverbot und hatte ich viel Zeit zu lesen. So habe ich mich in Vorbereitung auf die Geburt und das Wochenbett auch mit dem Stillen beschäftigt. Unter anderem mit Stillpositionen für Zwillinge, wann man mit dem Milcheinschuss rechnen kann und wie man versuchen kann die Milchmenge zu steigern. Bei meiner Recherche habe ich auch ein Video gefunden, in dem das Neugeborene selbstständig den Weg vom Bauch zur Brust findet. Das hat mich sehr beeindruckt.

4. Wie war Dein Stillbeginn im Krankenhaus? Wurdest Du bei Deinem Stillwunsch unterstützt?

Die Zwillinge sind per Kaiserschnitt zur Welt gekommen und als wir dann im Kreißsaal auf unser Familienzimmer gewartet haben, habe ich mir die Erstgeborene in die Nähe der Brust gelegt und sie hat selbst den Weg gefunden. Das war ein wunderschönes Erlebnis.

Das Krankenhaus legte viel wert auf Bonding nach der Geburt und unterstütze mich sehr in meinem Stillwunsch. Mithilfe einer Milchpumpe haben wir die Milchproduktion angeregt und als ein Zwilling zu viel Gewicht verloren hatte, haben wir an der Brust mit einer kleinen Sonde zugefüttert. Als der Milcheinschuss dann richtig da war, war das nicht mehr notwendig.

5. Hast Du sie direkt beide angelegt oder nacheinander?

Ich habe sie nacheinander angelegt.

6. Was war in den ersten Tagen im Hinblick auf das Stillen, die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war für mich, wenn beide zugleich das Bedürfnis hatten, Milch zu trinken, da Tandemstillen nichts für mich war. Außerdem war es eine große Herausforderung gut für mich zu sorgen und ausreichend zu essen.

7. Hattest Du ausreichend Muttermilch oder musstest Du die Milchproduktion ankurbeln? Falls Du eher weniger Muttermilch hattest, wie oder womit hast Du die Milchproduktion erhöht?

Nachdem der Milcheinschuss kam, hatte ich ausreichend Milch, um beide Zwillinge voll zu stillen.

8. Wie oft hast Du in 24 Stunden gestillt?

Gefühlt ohne Pause, da ich ganz nach Bedarf gestillt habe.

9. Hast Du nach Bedarf oder zu bestimmten Zeiten gestillt?

Ausschließlich nach Bedarf.

10. Tandem oder nacheinander?

Ich habe die beiden nacheinander gestillt.

11. Hast Du jedem Kind eine Brust zugeordnet oder gewechselt?

Zuerst habe ich gewechselt und dafür dann eine Liste geführt, um den Überblick zu behalten. Dann hat ein Zwilling plötzlich nur noch aus einer Seite getrunken. Da das vor allem nachts zum Problem wurde, da das andere Baby nachts mit etwa 7-8 Monaten keine Milch mehr getrunken hat, sind wir zum Osteopathen gegangen, der eine Blockade in der Halswirbelsäule gelöst hat. Danach konnte ich nachts wieder die Seiten wechseln.

12. Haben die Zwillinge sich beim Stillen unterschiedlich verhalten und wenn ja inwiefern?

Als Neugeborene waren sie ähnlich. Als sie mehr von der Umwelt wahrgenommen haben, hat sich ein Zwilling leichter ablenken lassen. Beide hatten mal eine kurze Phase, in der sie gebissen haben, das haben wir aber zum Glück schnell überwunden.

13. Was waren Eure bevorzugten Stillpositionen?

Am liebsten stille ich noch heute tagsüber in der Wiegehaltung. Unterwegs fand ich auch das Stillen im Tuch oder in der Trage sehr praktisch. Nachts fand ich das Stillen im Liegen in Seitenlage sehr praktisch, da ich so einfach weiterschlafen konnte und auch kein Aufwachen beim Ablegen des schlafenden Babys riskieren musste.

14. Wann hast Du das erste Mal außerhalb von zu Hause gestillt?

Während unseres Spaziergangs im Schlosspark auf einer Bank als die Zwillinge etwa zwei Wochen alt waren.

15. Welche Stillutensilien hast Du genutzt?

Ein normales Stillkissen und unterwegs zu Beginn einen Stillschal. Was ich sehr empfehlen kann: Multi-MAM Kompressen aus dem Kühlschrank.

16. Wie lange hast Du gestillt?

Ein Zwilling habe ich 19 Monate gestillt. Das andere Zwillingsmädchen stille ich mit 26 Monaten immer noch, wobei wir letzte Woche nachts abgestillt haben, da ich nach über zwei Jahren nachts nicht mehr im Schnitt 5 mal die Nacht stillen wollte.

17. Wurdest Du durch eine Stillberaterin unterstützt?

Meine Hebamme hat mich sehr gut unterstützt.

18. Wann hast Du Beikost eingeführt?

Mit etwa 6 Monaten habe ich das erste mal Brei angeboten. Der kam aber überhaupt nicht gut an. Wir haben dann eher BLW gemacht, wobei ich sagen würde, dass sie erst mit 12 Monaten hin und wieder so viel gegessen haben, dass es eine Stillmahlzeit ersetzt hat.

19. Welche Tipps würdest Du Zwillingsmamas, die stillen möchten, mit auf den Weg geben?

Ich glaube, dass Vorbereitung sehr wichtig ist, damit man auch gegenüber dem Klinikpersonal seine Position und seinen Wunsch vertreten kann. Von anderen habe ich gehört, dass ein Zwillingsstillkissen Gold wert ist, bei mir hat das nicht gepasst.

Außerdem: Sorgt für Euch genauso wie für die zwei kleinen Wunder. 🙂

20. Welche  Wünsche im Hinblick auf das Stillen von Zwillingen würdest Du Fachpersonal wie Hebammen, Krankenschwestern, Kinderarzt mit auf den Weg geben wollen?

Ich habe zum Glück sehr positive Erfahrungen mit Fachpersonal gemacht. Ich würde mir aber für alle Mamas und Babys wünschen, dass sie sich Zeit nehmen, Geduld haben und die Frau und Babys individuell betrachten – und den Mamas nicht einreden, dass die Milch für Zwillinge sowieso nicht reicht, nach sechs Monaten die Muttermilch zu wenig Nährstoffe enthält oder ähnliches.

Was ich Zwillingsmamas sagen möchte:

Ihr leistet großartiges, Ihr seid gut genug, auch wenn man sich manchmal sehr zerrissen und überfordert fühlt.

Ich kann sehr empfehlen, sich ein gutes Netzwerk an Helfer:innen aufzubauen, damit man auch mal durchatmen kann. Wir haben zum Beispiel über Wellcome eine sehr liebe Ehrenamtliche gefunden, die mich im ersten Jahr einmal in der Woche unterstützt hat.

Denn nur wenn man gut für sich sorgt, kann man auch gut für andere sorgen. 😊

Liebe Elena, herzlichen Dank für Dein Vertrauen und Deine Erfahrungen. Wir wünschen Euch, dass Ihr weiterhin den Weg geht, der sich für Euch gut und richtig anfühlt. Wenn Du Dich mit Elena vernetzen möchtest, dann findest Du sie auf Instagram.

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