Trari trara der Corona-Herbst ist da…

In wenigen Tagen habe ich zwei Geburstagkinder. Neun Jahre Zwillingsmama! Neun aufregende, aufreibende und glückliche Jahre. Die Zwillingsherzdamen sind seit Wochen unglaublich aufgeregt und freuen sich auf Ihren Geburtstag. Gefühlt werde ich jeden Tag gefragt, wie lange es noch bis zu Ihrem Geburtstag ist, Wünsche werden geäußert, Überlegungen angestellt, was wir wohl zu ihrem Geburtstag machen, wen sie einladen dürfen. Doch der Corona-Herbst ist eingezogen…

Kindergeburtstag in diesem Jahr 2020, welches unsere Gesellschaft und uns Familien bisher bereits schon so gefordert hat. Wir machen uns Sorgen um die Gesundheit, wir machen uns Sorgen um unserer Jobs, wir machen uns Sorgen, was wirtschaftlich und gesellschaftlich noch alles auf uns zukommen wird. Wir machen uns Sorgen darüber, wie die Wochen ohne konzentrierte schulische Bildung, die Bildung unserer Kinder beeinflussen und wie #physicaldistancing sich auf uns und insbesondere auf unserer Kinder und Eltern auswirkt und zukünftig auswirken wird.

Kleine Sorgenpause

Gab der Sommer uns gefühlt eine kleine Sorgenpause, dann gibt uns der Herbst diese Sorgen mit voller Wucht zurück. Die Sorge was da kommen mag. Ja, wir alle konnten uns denken, dass da wieder große Einschränkungen auf uns zukommen werden. Doch wenn ich ehrlich bin, gab es da einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die verantwortlichen Entscheidungsträger, dies entsprechend vorbereiten werden, Vorkehrungen treffen, die unsere Gesellschaft treffen und sicher auch einschränken, aber hoffentlich weniger hart.

„Trari trara der Corona-Herbst ist da….“

Der von den Zwillingsherzdamen heiß ersehnte Geburtstag steht vor der Tür, aber unter welchen Voraussetzungen?

Die bisherige Normalität

In „normalen“ Jahren, feiern die Zwillingsherzdamen gemeinsam. Es gibt eine Familienfeier und an einem anderen Tag eine Geburtstagsfeier mit Freund*innen. Im Normalfall darf jede der Zwillingsherzdamen je drei Freund*innen einladen. Wir waren klettern, haben gemeinsam Brot gebacken, in Kinderparadiesen gefeiert, wir haben schon viele schöne Zwillingsgeburtstage erlebt. Doch diesen Herbst ist alles anders.

Planung mit Hindernissen

Ich habe bei der Planung im Spätsommer wohlweißlich einen kleinen Rahmen eingeplant. Statt einer Einladung von drei Kindern je Zwilling, gab es nur noch je zwei Freund*innen, denen einen Einladungskarte gebastelt wurde.

Es durften nur Freundinnen aus der jeweiligen Klasse sein, um das Ansteckungsrisiko durch „Externe“ so gering wie möglich zu halten. Halt mal: EXTERNE? Alleine Einladungen von Menschen abwägen zu müssen, zu selektieren, lässt mein Herz bluten. Wie würde ich mir für meine Kinder wünschen, dass sie sehen und einladen dürften, wen sie wollen…ohne jegliche Bedenken oder Vorsichtsmaßnahmen, einfach weil sie diese Menschen lieb haben.

In weiser Voraussicht, buchte ich eine Örtlichkeit mit wenig Besuchsverkehr, wo die Kinder sich zum Geburtstag kreativ auslassen können, ein Geburtstagstisch bereitsteht. Ich nur Kuchen, ein kleines Dankeschön und viel Freude mitbringen muss.

„Trari trara der Corona-Herbst ist da…

Vor wenigen Tagen informierten mich die Geburtstagsausrichter: Kuchen darf ich leider nicht mitbringen, aus Hygienemaßnahmen. Die Kinder dürfen sich, außer am Kreativtisch, nur mit Mundschutz bewegen.

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber gut, die Masken kennen die Kinder bereits aus der Schule und Kuchen kann man auch zu Hause vorher oder nachher essen.

„Trari trara der Corona-Herbst ist da….

Einen Tag später, die Bekanntmachung der neuen Regelungen der Bundesregierung.

10 Menschen dürfen sich treffen…puh, sechs Kinder, zwei Erwachsene, das sollte doch klappen…

Ach nein, maximal zwei Haushalte dürfen sich treffen. Leider sind wir jedoch fünf Haushalte. Mir steigen die Tränen in die Augen.

WAS VERDAMMT SOLL ICH TUN? WIE SOLL ICH DAS MEINEN KINDERN ERKLÄREN?

Ich mag nicht mehr. Die Situation ermüdet mich. Man plant wohlweislich, man versucht das BESTE aus der Situation zu machen. Aber nach und nach wird einem wieder ein Stein in den Weg gelegt. Ja, in Anbetracht der Gesamtsituation ist dieses Kindergeburtstagsproblem…ein NICHTS. Aber nicht für meine Kinder! Und auch nicht für mich.

Gedanken rasen durch meinen Kopf: lasse ich das Kreativset nach Hause bringen, damit wir gemeinsam zu Hause feiern? Müssen Freund*innen ausgeladen werden? Können wir überhaupt mit Freund*innen feiern? Und was ist eigentlich mit der Familienfeier? Bei getrennten Großeltern sind wir allein schon drei Haushalte und wenn die geliebte Tante mit Familie kommt, dann wären es vier. Wie soll ich das entscheiden? Und bitte, bitte wie soll ich DAS meinen Kindern erklären?

„Trari trara der „Corona-Herbst ist da….“ Leider ist mir nach Singen gar nicht im Ansatz Zumute. Auch die Leichtigkeit geht mir aktuell vollkommen ab.

Am Liebsten würde ich mich einfach verkriechen und den Geburtstag verschieben. Aber, DAS könnte und wollte ich meinen Kindern nicht erklären.

Also Krönchen gerichtet und wie so oft in diesem Jahr, das BESTE daraus machen. Was? Das kann ich Dir gerade noch nicht sagen…noch 6 Tage.

Unterschrift Inga Es sind zwei

2 KOMMENTARE

  1. Warm anziehen und raus: Zoo oder Tierpark, Schnitzeljagd oder Geocaching – da findest du bestimmt etwas, was den Mädels und ihren Gästen Spaß macht. Leckere, warme Getränke und Kuchen ins Gepäck und dann kriegst du das hin!
    Gutes Durchhalten und feiert trotzdem schön, irgendwie.

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