Ähnlich der Frage nach der Schlafsituation bei Zwillingen in einem oder zwei Betten, kommt irgendwann die Frage auf: ein oder zwei Kinderzimmer für die Zwillinge? Ab  wann oder in welcher Situation würden ein bzw. zwei Zimmer Sinn machen?

Je nach Wohn- und Lebenssituation wird jede Familie diese Frage für sich anders beantworten. Auch die Art der Zwillingsbeziehung, die Bedürfnisse der Kinder und vielleicht auch die Zwillingskonstellation (gleichgeschlechtlich oder gegengeschlechtlich) hat auf die Entscheidung Einfluss.  Damit Du jedoch eine Idee bekommst, möchte ich Dir gerne unseren Weg und unseren Überlegungen teilhaben lassen.

Kinderzimmer ab wann?

Als die Zwillingsbabys sich auf den Weg machten, dachten wir es wäre sinnvoll ein Kinderzimmer einzurichten. Hätte ich im Vorhinein geahnt, dass die Zwillinge im ersten Jahr vorrangig auf uns und bei uns in den Räumen ihre Zeit verbringen würde, hätte ich mir den ganzen Vorbereitungsstress mit Zimmerplanung und Zimmereinrichtung zu diesem frühen Zeitpunkt sparen können. Tatsächlich nutzten wir das Kinderzimmer in den ersten Monaten nur zum Wickeln und Ankleiden. Ansonsten schliefen sie am Tag im Wohnzimmer in der Korbwiege oder auf der Krabbeldecke, saßen in der Babywippe oder bei uns auf dem Arm oder der Trage. In der Nacht schliefen sie im Beistellbett in unserem Schlafzimmer. Ein eigenes Zimmer brauchten sie nicht.

Schlafen im Kinderzimmer

Als die Kinder zu laufen begannen und sich mehr und mehr für Spielzeug interessierten, gab es die ersten Momente in denen wir im Kinderzimmer auf einer Matte zusammen spielten. Als sie etwa ein Jahr alt waren, wagten wir den vorsichtigen Versuch sie in der Nacht in ihrem Zimmer schlafen zu lassen.  Da sie bis dahin immer bei uns geschlafen hatten, war der Bedarf nach uns Eltern in der Nacht groß. Damit wir auch einmal zum Schlafen kamen, legten wir zwischen die Bettchen eine Matratze, auf der ein Elternteil abwechselnd bei den Kindern schlief, während der Andere im Schlafzimmer in Ruhe schlafen konnte. Dies klappte ganz gut. So konnten wir uns nach der Einschlafbegleitung aus dem Zimmer schleichen und uns für die nächtlichen Bedürfnisse zu den Kindern legen. So wurde das Kinderzimmer erst ab ein bis anderthalb Jahren erst wirklich genutzt.

Die Kinder hatten im Anschluss bis zur Schulzeit ein gemeinsames Zimmer. Hier spielten und schliefen sie, hier war ihre Kinderoase, ihr gemeinsamer Raum.

Ein oder zwei Kinderzimmer für die Zwillinge?

Ein halbes Jahr bevor die Schule begann kamen die ersten Überlegungen, wie wir den Beiden die Möglichkeit für einen Rückzug geben könnten. Da uns leider kein zusätzlicher Raum für ein weiteres Kinderzimmer zur Verfügung stand, schloss sich die Frage nach zwei Kinderzimmern für uns aus. Trotzdem war mir wichtig, dass beide Kinder einen Bereich für sich haben. Einen Bereich wo ihr Lieblingsspielzeug vor der Schwester geschützt ist, wo sie sich so einrichten können, wie sie es mögen. Zudem wollten wir ihnen die Möglichkeit geben auch Hausaufgaben in ihrem eigenen Bereich bearbeiten zu können, ohne dass sie sich gegenseitig stören.

Aus ein mach zwei

Zwei Möglichkeiten kristallisierten sich heraus. Entweder wir würden den Raum, der zum Glück mit zwei Fenstern ausgestattet ist, komplett trennen oder wir würden durch zwei Drittel des Zimmers eine Trennwand ziehen. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Wir zogen also durch die Hälfte des Zimmers eine Trockenbauwand bis etwa ein Drittes des Raumes. Links und rechts hatte jedes Kind seinen eigenen Bereich, den es mit einem Vorhang verschließen konnte, wenn es alleine sein wollte. Den vorderen Bereich trennten wir nicht, so dass sie auch noch gemeinsamen Raum hatten.

Jeder Zwilling bekam ein Hochbett mit Schreibtisch und Schrank und konnte sich den Wünschen entsprechend einrichten. Der vordere Bereich enthielt ein Sofa zum gemeinsamen Kuscheln und eine Fläche zum Spielen.

©Inga, privat

Die Zwillinge waren begeistert. Endlich Platz für sich, ohne die Schwester. Zwar ein kleiner Raum, aber doch ein eigener. Wollten sie alleine sein, verschlossen sie ihren Vorhang. Die Regel bei geschlossenem Vorhang nicht hereinzukommen, klärten sie schnell und hielten sich nach einigen Versuchen auch selbstbestimmt daran. War der Vorhang offen besuchten sie sich oder spielten im gemeinsamen Zimmerbereich.

Heute sind die Zwillinge 10 Jahre alt und immer noch haben sie diese Form des Zimmers. Nicht ein, aber auch nicht zwei Kinderzimmer, sondern von jedem ein bisschen. Für unsere Situation die beste Lösung bis hierhin.

Irgendwann, wenn sie es möchten, werden wir die Zimmer komplett teilen. Doch hiermit warten wir, bis sie es wünschen.

Nun bin ich gespannt. Wie hast Du die Kinderzimmerfrage gelöst? Ab wann brauchten die Kinder wirklich ein eigenes Zimmer? Habt Ihr ein oder zwei Kinderzimmer für die Zwillinge? Kommentiere gerne unter dem Beitrag.

 

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1 Kommentar

  1. Meine Jungs, jetzt 10, teilen sich nach wie vor ein Zimmer. Sie haben ein Stockbett, das Bett des jeweiligen Zwillings ist Sperrzone für den anderen – theoretisch. Meist liegen sie zusammen in einem Bett… momentan schlafen sie auch wieder gemeinsam.

    Wenn es soweit ist und sie getrennte Wege bzw. Zimmer haben möchten besteht bei uns die Möglichkeit das ein Zwilling ins Gästezimmer „ausziehen“ kann. Oder ins Zimmer der großen Schwester, je nachdem wann der Wunsch aufkommt.

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