Zwillinge stillen: Jedem Kind seine Brust?

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Zwei Kinder, zwei Brüste und nicht wenige Zwillingsmamas wünschen sich, die Kinder gleichzeitig zu stillen. Doch stellt sich schnell die Frage beim Zwillinge stillen: Jedem Kind seine Brust zuordnen oder nach jeder Stillmahlzeit wechseln? Ein paar Anregungen:

Dein Stillstart mit Zwillingen

Gerade kurz nach der Geburt deiner Zwillinge möchtest du die Milchbildung anregen und auf den Bedarf deiner Babys abstimmen. Hier hilft so häufig wie möglich Haut- zu Hautkontakt, viel Kuscheln und häufiges Anlegen (10-12 in 24 Stunden).

Damit du deine Zwillingsbabys und ihr Saugverhalten erst einmal kennenlernen und ein Gefühl für das Stillen an sich entwickeln kannst, kann es sinnvoll sein, die Zwillinge kurz nach der Geburt erst einmal nacheinander anzulegen. So kannst du dich voll und ganz auf den jeweiligen Zwilling konzentrieren.

Vielleicht merkst du, dass ein Zwilling saugstärker ist als der andere oder dir fällt auf, in welcher Position der jeweilige Zwillinge besser trinkt. Vielleicht ist ein Zwilling aktiv bei der Sache, während das Geschwisterchen schnell an der Brust eindöst. Diese Eindrücke können dir helfen den Stillweg mit deinen Zwillingen Schritt für Schritt anzugehen und Brüste, Bedarf und Kinder aufeinander abzustimmen.

Ist beispielsweise ein Zwillings saugstärker, kann dieser den Milchspendereflex für das Zwillingsgeschwister auslösen (dieser wird an beiden Brüsten parallel ausgelöst) so, dass das Geschwisterbaby keine oder weniger Vorarbeit leisten muss. Zudem kann es sein, dass du spätestens mit Babys feststellen wirst, dass deine Brüste ähnlich deiner Hände unterschiedliche Kapazitäten haben. Das Brustdrüsengewebe und die Speicherkapazität können sich von Brust zu Brust unterscheiden (und das unabhängig davon, ob du eher größere oder kleinere Brüste hast). Vielleicht steht eine Brustwarze eher vor, während die andere etwas flacher ist. Auch hier könnte der saugstärkere Zwilling möglicherweise weniger Probleme beim Andocken haben, als sein Geschwisterchen.

Du siehst ein gewisses Feintuning durch die Beobachtung jedes Zwillings an jeder Brust für sich, kann helfen euren Stillbeginn auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse besser abzustimmen.

Selbstverständlich gibt es Mamas, welche direkt nach der Geburt beide Zwillinge gleichzeitig anlegen. Probier es einfach aus, wie es sich zu Beginn für dich und euch gut anfühlt. Bedenke dabei, dass du dich beim gleichzeitigen Stillen, weniger gut auf jedes Kind einzeln konzentrieren kannst, vielleicht steigert es auch deine Unsicherheit, weil das gleichzeitige Handling der Babys noch ungewohnt und ungeübt ist. Bei manchen Mamas führt dies zu Unruhe und Stress, was sich ungünstig auf die Milchmenge bzw. den Milchfluss auswirken kann, nicht muss. Wenn dies der Fall sein sollte, kannst du es einfach erst einmal nacheinander probieren und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ihr alle mehr Übung habt und die Zwillinge gewachsen sind, noch einmal mit dem parallelen Stillen Versuche starten.

Ob gleichzeitig oder nacheinander, gerade beim Stillstart ist es sinnvoll vor jeder neuen Stillmahlzeit Zwilling und Brust zu wechseln, so dass die Milchbildung an beiden Brüsten gut angeregt werden kann.

Euer Stilllweg

Sobald sich die Milchmenge auf den Bedarf deiner Kinder eingestellt hat und beide Kinder entsprechend der Erwartungen gedeihen, kannst du jederzeit für dich ausprobieren und entscheiden ob du die Brüste nach jeder Stillmahlzeit wechselst oder je eine Brust einem Kind zuordnest. Bedürfnisse ändern sich im Laufe der Stillzeit, sowohl bei dir als auch bei den Kindern. Ob du nun gleichzeitig oder nacheinander stillst, du musst dich nicht krampfhaft daran erinnern, welches Kind das letzte Mal an welcher Brust war.  Vielleicht ergibt sich ganz automatisch, dass jedes Kind eine Seite bevorzugt. Das ist vollkommen in Ordnung. Hast du Brustwechselstrategien entwickelt (farbliche Markierungen am Still-BH, Ringwechsel an der Hand, etc.) und beide Kinder stillen beidseitig gut, dann kannst du auch dies beibehalten. Es gibt hier kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass es sich für euch richtig anfühlt, deine Brüste gut abgetrunken werden und deine Kinder entsprechend der Erwartungen gedeihen. Alles andere könnt ihr je nach Bedarf anpassen.

Auch die Stillpositionen können sich über die Zeit verändern oder auch innerhalb von 24 Stunden je nach Situation verschieden sein. Manche Mütter stillen nachts im Liegen und am Tag eher sitzend. Andere stillen tagsüber nach Bedarf und in der Nacht synchron. Ihr allein wisst, was für euch umsetzbar ist. Probiert es aus, verwerft was nicht passt und schaut wie ihr eure drei Bedürfnisse gut aufeinander abstimmen könnt.

Stillen ist ein Weg. Euer Weg.

Noch mehr Wissen rund um das Stillen von Zwillingen kannst du im Buch: „So kannst Du Deine Zwillinge und Drillinge stillen“ (*Affiliatelink) von der Es sind 2 Initiatorin Inga und Gisela Otto

Cover So kannst Du Deine Zwillinge stillen
©Edition Kirchweihtal

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