Wir Eltern möchten nichts falsch machen, möchten das Beste für unsere Kinder und nicht selten hört und liest man die Frage danach, wie man das im Leben mit Zwillingen am besten macht, was man falsch machen kann, etc.

Hätten wir vor einigen Jahrzehnten gefragt, wie man das so macht mit Kindern, insbesondere Zwillingen, dann wären einige Antworten auf diese Fragen gefallen, die heute nicht mehr vorstellbar wären. Heute z.B. sind  Väter als Unterstützung im Kreißsaal fast schon Normalität, was vor Jahrzehnten nicht im Entferntesten vorstellbar war. Meinungen und Empfehlungen verändern sich mit der Zeit, mit Erfahrungen und Wissen.

Wir haben heute unglaublich viele Möglichkeiten, die uns Eltern manches Mal auch verunsichern können, aber wir haben eine Wahl.

Es gibt nicht DEN vorgezeichneten Weg, den wir Zwillingseltern gehen sollten und es gibt keine Selbstverständlichkeiten. Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die uns sagen, wie es denn nun funktioniert, das Leben mit Zwillingen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge immer mittels Kaiserschnitt geboren werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge mit der Flasche gefüttert werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge 6 Monate gestillt werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge mit Einwegwindeln gewickelt werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge gleichzeitig getragen werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge in getrennten Betten schlafen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge Brei essen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Zwillinge gemeinsam in eine Kita gehen.

Wir Zwillingsmamas, können Zwillinge unter guten Voraussetzungen natürlich gebären, vollstillen, 3 Jahre stillen, mit Stoffwindeln wickeln, Tandem tragen, zusammen schlafen lassen, sie breifrei ernähren,  in getrennte Kitagruppen geben. Oder auch nicht. Oder mal so oder so.

Wir entscheiden, jede für uns, wie es für uns praktisch ist, es sich für uns gut anfühlt, umsetzbar ist, die Situation es hergibt. Das kann nicht falsch, sondern nur individuell richtig sein. Für uns. Unsere Familie. Jede Familie für sich.

Es gibt nur unsere individuelle Entscheidung. Aus Wissen oder Unwissen, aus  Sorge oder Mut, aus eigener Erfahrung oder Ratschlag von Außen., aus unseren Möglichkeiten oder eben nicht.

Die Antwort auf die Frage: Was ist schon selbstverständlich? gibt es also nicht.

Denn DEIN selbstverständlich, kann ein anderes sein als MEINES. Und nichts davon ist falsch oder besser.

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