Zwillinge stillen – 20 Fragen, 20 Antworten: Katharina

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Blogserie Zwillinge stillen - Es sind Zwei DAS Zwillingsportal

Zwillinge stillen? Wie kann das gehen? Welche Möglichkeiten habe ich?

In unsere Blogserie

„Zwillinge stillen – 20 Fragen, 20 Antworten“

möchten wir den Erfahrungen von Zwillingsmamas teilen, die ihren individuellen Weg rund um das Thema Zwillinge stillen beschreiben. Wir hoffen damit die Vielfalt der Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen und (werdende) Zwillingsmamas ermutigen zu können, ihren eigenen Weg zu gehen. Heute freuen wir uns über 20 Antworten von Katharina.

1. In welcher Schwangerschaftswoche und mit welchem Gewicht sind Deine Zwillinge geboren wurden?

SSW33+0, Z1 mit 1.910g, Z2 mit 1.800g

2. Sind sie eineiig oder zweieiig und welches Geschlecht haben sie?

Es sind zweieiige Jungs.

3. Hast Du Dich auf das Stillen vorbereitet und wenn ja wie?

Nein, überhaupt nicht. Das hätte ich vielleicht noch während des Mutterschutzes gemacht, aber eigentlich dachte ich auch „das findet sich schon“

4. Wie war Dein Stillbeginn im Krankenhaus? Wurdest Du bei Deinem Stillwunsch unterstützt?

Der Start war ruckelig – da die Beiden so viel zu früh kamen, wurden sie zunächst mit einer Magensonde ernährt und ich habe abgepumpt. Das klappte mehr schlecht als recht und ich habe mich am Anfang ziemlich gequält für recht wenig Milch. Nach ca. 3 Wochen habe ich sie dann das erste Mal gestillt. Dabei hat mir die Schwester vor Ort geholfen, auch wenn ich mir noch ein bisschen mehr „Proaktivität“ gewünscht hätte. Gefühlt, kamen wir eher zufällig drauf, dass man das mit dem Stillen langsam mal probieren könnte. Dazu kam noch, dass ich direkt Stillhütchen bekommen habe, ohne so recht zu wissen, warum und welche Vor- und Nachteile damit einher gehen und wie man sie richtig benutzt.

5. Hast Du sie direkt beide angelegt oder nacheinander?

Ich habe beim ersten Mal beide gleichzeitig angelegt. Da ich dazu aber alleine nicht in der Lage war, bin ich dazu über gegangen jeweils einen Zwilling alleine zu stillen, d.h. jeden 1x pro Tag, da ich immer zu zwei Versorgungsrunden im Krankenhaus war. Danach wurde jeweils mit der Flasche nachgefüttert und der andere Zwilling bekam komplett die Flasche. Das war jeweils der, der in der Runde gewaschen und umgezogen wurde, um die Anstrengung und Aufregung nicht zu viel werden zu lassen.

6. Was war in den ersten Tagen im Hinblick auf das Stillen, die größte Herausforderung?

Am Anfang waren die beiden noch recht schwach, daher war es nicht ganz einfach, sie nur mittels Stillen zu ernähren. Sie sind einfach super schnell eingeschlafen. Ansonsten war das schwierigste eigentlich die Handhabung der Stillhütchen, die meist nicht das gemacht haben, was sie sollten. Zuhause war dann am ehesten das Problem, dass sie gleichzeitig Hunger hatten, ich aber nicht beide gleichzeitig stillen konnte (und es bis heute nicht kann s.u.). Später kam dann noch das Problem dazu, dass ich einen recht starken Milchspendereflex habe/hatte, mit dem einer der Jungs nicht klar gekommen ist, was dann in viel Geschrei mündete.

7. Hattest Du ausreichend Muttermilch oder musstest Du die Milchproduktion ankurbeln? Falls Du eher weniger Muttermilch hattest, wie oder womit hast Du die Milchproduktion erhöht?

Nein, am Anfang hatte ich total wenig Milch. Ich habe dann alles mögliche probiert, um die Produktion anzuregen: Stilltee, Malzbier, Piulatte, Bockshornklee-Kapseln, Power-Pumpen. Was davon funktioniert hat und ob überhaut etwas kann ich leider nicht sagen. Es wurde nach und nach immer mehr (einen echten „Milcheinschuss“ habe ich nie gemerkt) und nachdem die Jungs zuhause waren hat es nur wenige Wochen gedauert, bis wir ganz auf die Zusatznahrung verzichten konnten.

8. Wie oft hast Du in 24 Stunden gestillt?

Die ersten drei Wochen im Krankenhaus gar nicht, die nächsten vier dann zweimal.Dazu kamen dann noch viermal Pumpen (gegen Ende, am Anfang habe ich tagsüber alle zwei Stunden und nachts alle drei Stunden gepumpt).

9. Hast Du nach Bedarf oder zu bestimmten Zeiten gestillt?

Ich stille nach Bedarf. Wenn sich aber der eine meldet, probiere ich tagsüber danach, ob der Andere vielleicht auch Hunger hat, um sie ein bisschen zu synchronisieren.

10. Gleichzeitig oder nacheinander?

Nacheinander. Tandem haben wir ein paar Mal probiert, das endete aber immer in großem Gebrüll und ich finde es schade, mich dann nicht wirklich auf ein Kind konzentrieren zu können.

11. Hast Du jedem Kind eine Brust zugeordnet oder gewechselt?

Ich ordne pro Tag einem Kind eine Brust zu und wechsle dann am nächsten Tag – es kann aber auch vorkommen, dass ich da was durcheinanderbringe. Grade nachts. Da bin ich nicht dogmatisch.

12. Haben die Zwillinge sich beim Stillen unterschiedlich verhalten und wenn ja inwiefern?

Ja total. Gerade am Anfang hat der eine viel besser von der Brust getrunken und der andere besser aus der Flasche. Zwischendurch hatte einer der Jungs auch Probleme mit der Milchmenge zurecht zu kommen, sodass ich ihn am besten im Liegen gestillt habe. Mittlerweile sind sie sich ähnlicher und trinken beide gut. Die größeren Unterschiede erkenne ich zwischen Tag und Nacht als zwischen den beiden.

13. Was waren Eure bevorzugten Stillpositionen?

Wir sind das ganz klassisch in der Wiegehaltung unterwegs und zwischendurch auch mal im Liegen.

14. Wann hast Du das erste Mal außerhalb von zu Hause gestillt?

Das Krankenhaus zähle ich jetzt mal nicht mit – dann war das ca. drei Wochen nach der Entlassung bei der Trageberatung.

15. Welche Stillutensilien hast Du genutzt?

Ab und an ein My-Breast-Friend-Stillkissen zum Tandemstillen und am Anfang die Stillhütchen, von denen ich aber sehr froh bin, sie jetzt los zu sein.

16. Wie lange hast Du gestillt?

Ich bin noch dabei – die Jungs sind jetzt fast 4 Monate alt.

17. Wurdest Du durch eine Stillberaterin unterstützt?

Ja, als wir die Zusatznahrung abgesetzt haben und auf das (nahezu) Voll-Stillen gegangen sind, habe ich ein paar Mal mit einer Stillberaterin gesprochen. Wir wollten sicher sein, dass wir bei dem Wechsel alles richtig machen.

18. Wann hast Du Beikost eingeführt?

Noch nicht 😉

19. Welche Tipps würdest Du Zwillingsmamas, die stillen möchten, mit auf den Weg geben?

Bitte setzt Euch nicht unter Druck. Viele erklären das Stillen zu einer Religion, sodass man sich wie ein schlechter Mensch fühlt, wenn man das nicht macht – aus welchen Gründen auch immer. Dabei stimmt das nicht. Wenn sich das Stillen richtig anfühlt, ist es eine schöne und einfache Art, die Kinder zu ernähren. Aber auch wenn zusätzlich oder ausschließlich die Flasche – sei es mit Pulvernahrung oder abgepumpter Milch – gegeben wird, ist das nicht schlimm. Am wichtigsten ist es, sich selbst nicht zu stressen und den für sich selbst besten Weg zu finden.

20. Welche  Wünsche im Hinblick auf das Stillen von Zwillingen würdest Du Fachpersonal wie Hebammen, Krankenschwestern, Kinderarzt mit auf den Weg geben wollen?

Ich fände es schön, wenn stärker auf die Wünsche der jeweiligen Mutter eingegangen werden würde und es eine wirkliche Aufklärung hinsichtlich der Vor- und Nachteile der verschiedenen Ernährungsformen geben würde. Man hört und liest so viel, da wäre eine objektive Aufklärung hilfreich und eben auch eine Beratung, die das Gefühl gibt, dass mehrere Wege zum Ziel führen und es nicht den einen richtigen Weg gibt.

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