Wenn 2 sich zanken… – 4 Ideen den Streit zwischen Geschwistern schnell zu lösen! Gastbeitrag

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Ein Samstagnachmittag und endlich ist Zeit gefunden, um mit den eigenen Kindern zu toben und Spiele zu spielen. Diese wunderschöne Vaterfreude kann sich sehr schnell in ein regelrechtes Chaos verwandeln. Kaum wollte man dem Nachwuchs noch etwas zu trinken holen, entsteht zwischen den beiden Sprösslingen ein Streit. Der eine weint, der andere läuft kreischend davon.

Was gerade noch ein harmonisches Miteinander war, ist jetzt zu einem Geschwisterstreit geworden, der kaum zu bändigen ist. Diese Situation ist vielen geläufig und trotzdem ist sie für Eltern kein leichtes Unterfangen. Vor allem dann, wenn man selbst nicht mitbekommen hat, was passiert ist und die Situation nicht nachvollziehbar ist. Wie gestandene Papas damit am besten umgehen können, verrät Martin Stricker in vier Tipps. Er ist PapaCoach, selbst Vater zweier Kinder und hat bereits sehr viele Streits schlichten dürfen.

Innere Haltung gewinnt

Wie in nahezu allen Lebenslagen zählt auch beim Streit der Kinder: Ruhe bewahren. Zum einen ist die Situation ohnehin sehr unübersichtlich und zum anderen kam es zu dieser Auseinandersetzung sowieso anders, als man es sich als Vater in diesem Moment denkt. Aus diesem Grund ist es wichtig, seine Gedanken der Situation entsprechend anzupassen, um ruhig nach außen zu wirken. Diese Haltung ist vor allem dafür förderlich, auch wieder Ruhe in das Verhalten der Kinder zu bringen.

Als Papa darf die Freude darüber, den Konflikt jetzt vorbildlich zu klären, größer sein als der Unmut, der diesen auslöst – zugegeben, eine Herausforderung! Möchte ich aber das Verhalten meiner Kinder ändern, darf ich es ihnen erst einmal selbst vormachen. Kinder sehen ihre Eltern als Vorbild an. Sind diese gelassen, werden sich auch die Kleinen daran ein Beispiel nehmen und sich wieder beruhigen können.

Der Sicherheitscheck

Ein Streit zwischen Geschwistern kann auch zu körperlichen Verletzungen führen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, zuerst zu überprüfen, ob akuter Handlungsbedarf besteht. Ist eines der beiden Kinder in Gefahr oder hat sich verletzt? Falls dies der Fall ist, sollten unbedingt lebensbedrohliche Situationen beseitigt oder von den Kleinen entfernt werden. Danach gilt es die Verletzung zu versorgen und im Fall einen Arzt aufzusuchen. Im Zweifel, ob das nötig ist, ist der Gang zum Haus- oder Kinderarzt in jedem Fall der richtige Schritt.

Für Kinder ist Blut ein Zeichen für eine große Verletzung, auch bei einem kleinen Kratzer. Daher kann es oft helfen, einfach ein Pflaster auf die kleine Wunde zu kleben, damit das entsprechende Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist und sich Sohn oder Tochter wieder leichter beruhigen. Nicht umsonst heißt es ja Trostpflaster.

Ein Geheimtipp: achtet darauf, dass euer hingefallenes Kind von selbst wieder aufsteht. Wir haben zwar den Reflex, unser Kind gleich hochzuheben und im Arm zu trösten, aber das von-selbst-wieder-aufstehen hat einen wesentlichen Grund: Kann ein Kind nicht von allein aufstehen, kann die Ursache eine schwerwiegende Verletzung am Kopf sein, die ärztlich abgecheckt werden sollte.

Sicherheit und Nähe wieder herstellen

Eine entscheidende Rolle als Vater ist es, den Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu bieten. Auch nach einem Streit. Schreiende oder auch verletzte Kinder benötigen Unterstützung, sie brauchen in der Regel die Nähe eines Elternteils, weswegen es wichtig ist, ihnen diese dann auch zu geben. Sprechen hilft ebenfalls. Ein vertrauenswürdiges „ich bin für Dich da!“ sorgt für Ruhe, Entspannung und bringt den Sprösslingen Zuversicht in ihre Lage.

Kinder orientieren sich meist an der Reaktion der Eltern, insbesondere bei der Einschätzung einer Verletzung. Bleiben die Eltern ruhig, wird sich auch der Nachwuchs schnell wieder beruhigen. Andersherum sorgt eine aufgebrachte Art für weitere Unruhe und einem Hineinsteigern bei den Kleinsten. Wichtig dabei ist, dass jedes Gefühl da sein darf und gefühlt werden darf – bestenfalls im sicheren Arm von Papa oder Mama.

Endlich beruhigt

Haben sich die Kinder erst einmal wieder beruhigt und sind ansprechbar, gilt es den Streit zu klären und dafür zu sorgen, dass sich beide wieder wohl fühlen. In vielen Situationen schaffen das die Geschwister auch allein und fangen an, wieder zu spielen. Kinder sind in dieser Hinsicht nicht nachtragend und leben im Moment. Manchmal sitzt der Schmerz, Frust oder Ärger aber so tief, dass es mehr braucht oder sich eines der Kinder oder auch beide ungerecht behandelt fühlen. In diesem Fall bietet es sich als Papa an, einem einfachen Gesprächsleitfaden zu folgen, welcher sich als sehr effektiv und zielführend erwiesen hat:

Hierzu fangen Eltern mit einem Kind an:

1. Was ist passiert? Was hast Du gesagt? Was hast Du getan? Was hast Du gesehen oder gespürt? Erzähl mal.“

Es ist wichtig, dass jeder gehört wird. Das darf auch gerne mitgeteilt werden, sollte das andere Kind in dieser Situation dazwischenreden. „Ich höre gerade deinem Bruder/ deiner Schwester zu, kannst Du dir merken was Du mir sagen willst? Ich bin gleich für dich da.“. Falls nicht, bezieht das Kind einfach in das Gespräch mit ein, damit gleich alle auf dem gleichen Stand sind. Wenn ihr ein klares Bild von der Situation habt, fragt euer Kind:

a) Wie fühlst Du dich jetzt?

b) Was brauchst Du jetzt?

2. Falls noch nicht geschehen, ist es jetzt an der Zeit, das Gespräch mit dem zweiten Kind fortzuführen. Als Einstieg besonders hilfreich „Was hast Du gehört, was dein Bruder/ deine Schwester eben gesagt hat?“. Seid neugierig, was euch als Antwort erwartet – da ist alles möglich. Wenn „nichts“ kommt, locker bleiben und kurz wiederholen, was du selbst gehört hast. Und anschließend abchecken, wie es deinem Kind damit geht „Wie geht es dir jetzt, wenn du das hörst?“.

3. Fragt beide Streithähne nun, was es jetzt braucht, damit sich alle wieder wohlfühlen und ob sie eine Idee haben, was sie in Zukunft anders machen können? Da kommen meist sehr wertvolle Ideen von euren Kindern! Bedankt euch bei beiden, dass sie sich Zeit genommen haben und schließt mit einem High-Five oder einer beliebten Geste eurer Kinder ab.

Fazit: Kinder streiten sich immer wieder. Hierbei ist es wichtig, ihnen zu ermöglichen, die eigenen Gefühle zuzulassen und diese nicht zu unterdrücken. Es ist bedeutungsvoll, den Kleinen zu vermitteln, dass Papa und Mama in jeder Situation greifbar sind und die Kleinen trotz eines Konflikts immer liebevoll und sicher aufgefangen werden. Sind nach einem Streit keine Verletzungen vorhanden, ist es ratsam, dass der Vorfall geklärt wird. Hierzu bietet sich ein einfacher, aber sehr effektiver Gesprächsleitfaden an, damit letztendlich alle wieder glücklich werden.

Expertenvita

Martin Stricker ist Experte für Papa SEIN. Mit 15 Jahren Erfahrung als weltweit tätiger Risikomanager und Trainer in einem Finanzkonzern gründete der zweifache Vater sein eigenes Herzensbusiness PapaCoach.rocks und PapaCoach.rocks, um Papas dabei zu unterstützen, sich auf das wirklich Wichtige in ihrem Leben zu konzentrieren und gleichzeitig die Beziehung zu den eigenen Kindern und der Partnerin auf das nächste Level zu katapultieren, ohne dabei sich selbst noch die Karriere zu vernachlässigen!

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