Monika hat ein bereits eine Tochter und wünscht sich ein Geschwisterkind. Während ihrer Kinderwunschbehandlung muss sie die Entscheidung treffen, sich ein bzw. zwei befruchtete Eizellen einsetzen zu lassen. Dann die doppelte Überraschung: Es sind 2! Zweieiige Jungen. Hier berichtet sie über ihre Empfindungen und Erlebnisse in “Mein wildes Familienleben mit Zwillingsjungen” und einer Tochter:

Kinderwunsch nach dem ersten Kind

„Unsere erste Tochter entstand nach einem langen unerfüllten Kinderwunsch durch eine künstliche Befruchtung. Wir hatten eine traumhafte Schwangerschaft und waren im 7. Himmel als sie geboren wurde, es war alles perfekt. Sie war ein unkompliziertes Kind und machte unser Leben perfekt.

Nach zwei Jahren kam ein erneuter Kinderwunsch auf, es klappte leider wieder nicht auf natürlichem Wege und wir entschlossen uns erneut den Weg der künstlichen Befruchtung zu gehen.

Wir hatten aus dem Versuch mit unserer Tochter noch zwei eingefrorene Eizellen. Nun standen wir vor der Frage: eine Eizelle einsetzten, müssten aber dann die andere verwerfen oder beide einsetzten?  Zwillinge wollte und konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber einfach eine Eizelle verwerfen? Was wenn genau aus dieser Eizelle unser zweites Wunschkind entstehen könnte? Wir beschlossen beide einsetzen zu lassen.

Die Wahrscheinlichkeit dass es überhaupt klappt ist sehr gering und dann noch mit zwei Eizellen sowieso.

Kurz nach dem Einsetzten fing meine Übelkeit bereits an und ich wusste dass es geklappt hat. Ich hatte so deutliche Symptome, dass ich bereits geahnt habe, dass es zwei sind. Und genauso war es.

Auch wenn ich es in Kauf nahm und damit rechnen musste, war ich geschockt, ich konnte mich nicht freuen. Hatte Angst.

Zwischenzeitlich konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden. Die Vorstellung dass meine Tochter vielleicht eine Schwester und einen Bruder bekommt, war sehr schön.

Oder zwei Schwestern…“

Es sind 2! …Rabauken

„Dann kam der Tag des Outings, zwei Jungen. Für mich war es in dem Moment ganz schlimm.

Ich empfand Jungs immer als sehr anstrengend und sehr wild, die passen gar nicht zu meiner Prinzessin, war mein Gedanke. Ich musste mich sehr lange mit diesem Gedanken anfreunden, auch meine Tochter war sehr enttäuscht. Ich fand Jungssachen total blöd und hatte gar keine Lust shoppen zu gehen und süße Kleidung zu kaufen.

Meine Schwangerschaft lief bis kurz vor dem Ende unkompliziert ab und in der 37 Woche kamen meine zwei Rabauken, beide mit fast 3 kg, zur Welt.

Und natürlich liebte ich sie sofort und es war für mich selbstverständlich zu stillen. Anfangs musste ich etwas zufüttern. Jetzt sind sie 17 Monate und ich stille immer noch. Bin so froh zu stillen, das hat uns sehr oft geholfen und beiden gleichzeitig Geborgenheit und Nähe verschafft.“

Unser wildes Familienleben mit Zwillingsjungen

„Es ist chaotisch, es ist wild und ja meine Jungs sind genau so, wie ich es mir in meinen schlimmsten Befürchtungen vorgestellt habe:

Sie sind wild, laut, laufen weg, hören nicht, nehmen alles in den Mund.

Ich lebe ständig in Action und zu Hause wird um mich die ganze Zeit gekämpft.

Wir sind von einer dreiköpfigen Bilderbuchfamilie, die im Restaurant, im Urlaub im Flieger nie besonders auffiel, zu der Familie geworden um die man lieber ein Bogen macht.

Ich hoffe es wird besser…trotzdem würde ich nie wieder mit meinem Leben mit drei Kindern tauschen wollen.“

Liebe Monika,
danke, dass Du Deine Gefühlswelten so ehrlich mit uns und den LeserInnen teilst. Wir wünschen Euch, dass ihr in Eurer quirrligen Vielfalt so angenommen werdet wie ihr seid und noch viele glückliche Momente als Familie erleben dürft.

In unseren Erfahrungsberichten erzählen Zwillingseltern über ihre intimsten Erfahrungen und Erlebnisse. Wir sind sehr dankbar, für das uns entgegengebrachte Vertrauen, diese Erfahrungen und Erlebnisse anonym oder namentlich veröffentlichen zu dürfen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit ein vielfälltiges Bild an Empfindungen, Entscheidungen, Lebenswegen und Erfahrungen zu zeigen und einen respektvollen, wertschätzenden und bestärkenden Austausch zu ermöglichen. Wir sind selten ganz allein mit unseren Erlebnissen und Empfindungen. Wenn diese Erfahrungsberichte es schaffen, Menschen zusammen und in Kommunikation zu bringen, ist ganz viel gewonnen.

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