Sind eineiige Zwillinge wirklich immer gleich? Welche unterschiedlichen Formen gibt es und wie entstehen sie? In diesem Beitrag erklären wir verständlich, warum eineiige Zwillinge nicht gleich eineiige Zwillinge sind und welche Varianten es gibt.
Eineiige und zweieiige Zwillinge – ein Überblick
Betrachtet man alle Zwillingsschwangerschaften, sind etwa ein Drittel eineiige Zwillinge und rund zwei Drittel zweieiige Zwillinge. Während sich zweieiige Zwillinge aus zwei befruchteten Eizellen entwickeln, entstehen eineiige Zwillinge aus einer einzigen befruchteten Eizelle, die sich teilt.
Doch auch bei eineiigen Zwillingen gibt es deutliche Unterschiede – abhängig davon, wann sich die Eizelle teilt.
Die verschiedenen Formen eineiiger Zwillinge
Dichorial-diamniote Zwillinge (di-di)
Teilt sich die Eizelle innerhalb der ersten drei Tage nach der Befruchtung, entstehen sogenannte dichorial-diamniote Zwillinge (di-di).
Diese Zwillinge haben:
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zwei Fruchthöhlen
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zwei Plazenten
Damit ähneln sie in ihrem Aufbau den zweieiigen Zwillingen, sind genetisch jedoch identisch.
Monochorial-diamniote Zwillinge (mono-di)
Erfolgt die Teilung zwischen dem 4. und 8. Tag, entstehen monochorial-diamniote Zwillinge (mono-di).
Charakteristisch ist:
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eine gemeinsame Plazenta
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zwei getrennte Fruchthöhlen
Diese Form ist die häufigste Variante bei eineiigen Zwillingen.
Monochorial-monoamniote Zwillinge (mono-mono)
Findet die Zellteilung zwischen dem 9. und 12./13. Tag statt, teilen sich die Zwillinge:
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eine Plazenta
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eine Fruchthöhle
Man spricht dann von einer monochorial-monoamnioten Zwillingsschwangerschaft (mono-mono), die medizinisch besonders eng überwacht wird.
Siamesische Zwillinge
Die seltenste Form sind siamesische Zwillinge.
Hier erfolgt die unvollständige Teilung der Eizelle ab etwa dem 13./14. Tag nach der Befruchtung. Die Zwillinge:
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teilen sich eine Plazenta und eine Fruchthöhle
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sind zusätzlich körperlich miteinander verwachsen
Auch hierbei handelt es sich um eine besondere Form der monochorial-monoamnioten Schwangerschaft.
Wie häufig sind die einzelnen Formen?
Die Verteilung der eineiigen Zwillingsformen ist sehr unterschiedlich:
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Mono-di Zwillinge: ca. 70 %
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Di-di Zwillinge: ca. 29 %
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Mono-mono Zwillinge: ca. 1 %
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Siamesische Zwillinge: unter 0,1 %
Fazit: Eineiige Zwillinge sind nicht gleich eineiige Zwillinge
Wie Du siehst, gibt es bei eineiigen Zwillingen große Unterschiede – vor allem in Bezug auf Plazenta, Fruchthöhlen und mögliche Risiken. Wir haben bereits an anderer Stelle über weitere Unterschiede berichtet.
Wichtig zu wissen bei Zwillingsschwangerschaften
Unabhängig davon, ob Du eineiige oder zweieiige Zwillinge erwartest:
Jede Zwillingsschwangerschaft gilt automatisch als Risikoschwangerschaft.
Das bedeutet jedoch zunächst nur, dass:
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Du engmaschiger untersucht wirst
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mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden können
Diese Einstufung ist kein Grund zur Sorge, sondern bietet oft zusätzliche Sicherheit für Dich und Deine Babys.
Besonders wichtig ist, dass Dein betreuender Arzt oder Deine Ärztin bereits bei der ersten Ultraschalluntersuchung prüft, ob sich die Zwillinge eine Plazenta teilen. Eine gemeinsame Plazenta erfordert eine intensivere Vorsorge.
Wir wünschen Dir eine wunderschöne und gut begleitete Schwangerschaft 💛
Quelle: https://www.amboss.com/de/wissen/Mehrlingsschwangerschaft
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