Lara und ihre Familie entscheiden sich kurz vor dem ersten Lockdown in ein Mehrgenerationenhaus mit Zwillingen und Großeltern zu ziehen. Wie es zu der Entscheidung kam und welche Vorteile dies mit sich bringt, erzählt Zwillingsmama und unsere Schlafexpertin Lara:

Entscheidung für das Leben im Mehrgenerationenhaus

Die Zeit der Pandemie hat jede Familie anders verlebt. Für die einen Fluch – für die anderen Segen.

Wir als Familie haben auch diverse Phasen durchgemacht. Von absoluter Verzweiflung, wie wir den Kita-Ausfall mit 2-jährigen Zwillingen auf 80 Quadratmetern und zwei berufstätigen Eltern bewältigen sollen. Da ich von Anfang an eine sehr klare Haltung dazu hatte, dass sich Home-Office mit Kleinkindern und parallelen Video Telkos NICHT vereinbaren lässt, ohne dass alle darunter leiden (Stress, Streit, Geräuschpegel, Tagesrhythmus der Kinder), habe ich mich frühzeitig entschlossen mich beurlauben zu lassen. Unsere Kinder stehen immer an erster Stelle und kein Job der Welt und keine Telko war mir wichtiger, sodass ich sie beiseitegeschoben und vor dem Fernseher geparkt hätte. Aber auch diese Entscheidung hat jede Familie für sich selbst treffen müssen und so manche Familie hatte keine große Wahl.

Wir waren eine Zeit lang, zu Beginn des ersten Lockdowns, räumlich reduziert, da wir kurz vorher unsere Entscheidung trafen, zurück in die Heimat Köln zu ziehen – und zwar mit den Großeltern gemeinsam in ein Mehrgenerationenhaus. Ich nenne es liebevoll unsere „Villa Kunterbunt“.

Die Phase des Umzugs im Sommer 2020 war anstrengend aber von Vorfreude und Aufregung geprägt. Das war unsere absolute Hochphase der Pandemie.

Der Start

Wir leben nun fast ein Jahr unsere Version von Großfamilie unter einem Dach und was soll ich sagen, alle fühlen sich wohl und profitieren emotional davon.

Zu Beginn musste jeder seine Rolle finden. Die Kinder mussten sich auf die neue Situation einstellen und lernen, welche Freiheiten sie plötzlich im gesamten Haus genießen konnten und welche Grenzen und Regeln es hier gab. Klar, die Enkel dürfen vieeeeeel mehr als die eigenen Kinder 😊 so viel steht fest – und das ist völlig in Ordnung.

Ich hatte während der Pandemie die Kraft und die Zeit, unseren chaotischen Schlafrhythmus zu verbessern und seit Sommer 2020 konnten wir als Familie endlich wieder von ruhigen Nächten sprechen. Das wollte ich mir mit dem Umzug nicht kaputt machen. Daher war es in der Anfangszeit enorm wichtig, dass sich alle im Haus in Bezug auf die Kinder an unsere Regeln und Zeiten hielten.

Das erste Jahr im Mehrgenerationenhaus mit Zwillingen

Nachdem sich die Strukturen festigten und das Leben hier langsam seine Wurzeln schlug wurden wir als Eltern viel toleranter und genau das Leben, was wir uns als Familie gewünscht hatten, konnte beginnen.

Nach nun einem Jahr gehen die Kinder eigenständig bei Oma und Opa aus und ein, sind immer willkommen (außer Sonntags vor 9.00 Uhr 😊 ). Wenn ich mal einen kraftlosen oder schlechten Tag habe springen die Großeltern – jeder so wie er kann und mag – für mich ein und entlasten mich. Meine Mutter, als ehemalige Grundschullehrerin und Kunsttherapeutin geht in ihrer Rolle total auf und liebt es, all das an unsere Kinder weiterzugeben. Der Opa dreht jede Woche den Garten auf links und bringt seinen Enkeln handwerkliches Geschick bei. Wir Eltern tragen natürlich auch unseren Teil bei und unterstützen die Großeltern in vielen anderen Dingen, in denen sie von der jüngeren Generation profitieren. Und ja, den Papa der Zwillinge gibt es hier auch noch. Aber wie das in vielen Familien so ist, arbeitet er 9 to 7 und freut sich dann auf sein abendliches Kontrastprogramm zum Büroalltag mit seinen zwei Kindern.

Ob es auch mal kracht? Sicherlich.
Ob es mal an die Substanz geht? Ganz gewiss.
Ob es der richtige Schritt war? Für uns zu 100%!

Wir alle haben unsere Rollen gefunden und ziehen an einem Strang. Denn wir sind eine Familie – und dieser Zusammenhalt ist gerade in schwierigen Zeiten unser ganz persönliches, wertvollstes Gut.

Wie ist es bei Dir? Kannst Du Dir ein Leben in einem Mehrgenerationenhaus mit Zwillingen vorstellen?

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