Zwillingswissen: Das besondere Band von Zwillingen

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Zahlreiche Geschichten, Bücher und Filme erzählen von dem einzigartigen und besonderen Band zwischen Zwillingen. Doch was steckt wirklich dahinter? Gibt es ein spezielles Verbindung zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen? Und verändert sich diese Beziehung im Laufe der Zeit? Hier ein umfassender Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Gemeinsamer Start ins Leben

Es ist unbestritten: Zwillinge entstehen und wachsen gemeinsam im Mutterleib. Ob eineiig oder zweieiig – sie spüren sich bereits vor der Geburt und nehmen durch Bewegungen Kontakt miteinander auf. Besonders eineiige Zwillinge teilen sich an die 99% ihrer Gene, was ihre genetische Ähnlichkeit erklärt.
In den ersten Lebensjahren erleben Zwillinge meist eine enge Bindung. Sie verbringen viel Zeit miteinander, hören, riechen und spüren sich gegenseitig. Ob im gemeinsamen Bett, beim Stillen oder beim Spielen – ihre Erfahrungen sind geprägt von Nähe und gemeinsamer Entdeckung. Diese frühen Bindungen und Erlebnisse prägen ihre Beziehung nachhaltig, sowohl bewusst als auch unbewusst.

Das besondere Band von Zwillingen

Doch führt diese enge Verbindung im späteren Leben tatsächlich zu einem „besonderen Band“? Diese Frage ist individuell unterschiedlich zu beantworten. Es finden sich viele Facetten an Beziehungen, von eng verbunden, bis Konkurrenz, gemeinsam alles teilen oder getrennte Wege gehen.
Wissenschaftler aus Illinois haben sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. In einer Studie wurden erwachsene Zwillinge im Alter zwischen 14 und 61 Jahren befragt. Das Ergebnis: Zwillinge fühlen sich häufig enger verbunden als Geschwister, benötigen weniger Unterstützung von Eltern, Partnern oder Freunden und zeigen eine stärkere emotionale Bindung.

Entwicklung der Zwillingsbeziehung im Laufe der Zeit

Die Forschung zeigt, dass sich die Beziehung zwischen Zwillingen im Laufe des Lebens verändert. Im frühen Erwachsenenalter differenzierte sich die Beziehung etwas und wurde mit steigendem Alter intensiver. Dies wurde sowohl für eineiige als auch zweieiige Zwillingskonstellationen festgestellt. Mit steigendem Alter wuchs die emotionale Nähe – sowohl bei eineiigen als auch bei zweieiigen Zwillingen.

Laut einer Studie der Universität Jena haben insbesondere eineiige Zwillinge, vor allem eineiige Zwillingsmädchen, eine besonders enge Verbindung. Professor Neyer betont jedoch: „Ein unsichtbares Band gibt es aus wissenschaftlicher Sicht nicht. Dennoch haben Zwillinge generell eine engere Beziehung zueinander als normale Geschwister.“

Fazit: Gibt es ein unsichtbares Band?

Obwohl das „besondere Band“ zwischen Zwillingen wissenschaftlich nicht als unsichtbar oder mystisch bestätigt werden kann, zeigen Studien, dass Zwillinge oft eine außergewöhnlich enge Beziehung zueinander entwickeln – geprägt durch gemeinsame Erfahrungen, genetische Ähnlichkeiten und eine lebenslange Bindung.

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0265407502192001?icid=int.sj-abstract.similar-articles.1

https://www.nzz.ch/panorama/zwillinge-sind-durch-ein-unsichtbares-band-verbunden-ld.730268

https://psycnet.apa.org/buy/2006-01254-005

https://www.spektrum.de/frage/stehen-sich-zwillinge-besonders-nahe/1582940

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